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Sag
niemals "nie" ... ![]()
Erlebnisbericht
von Angelika und Klaus Adam
im Katzenheim Roquetas im Mai 2006
Eigentlich
wollte ich nie wieder nach Spanien und jetzt sitze ich neben meinem Mann im
Flugzeug nach Almeria. Im Frachtraum sind zwei Katzentransportkörbe und wenn
alles gut geht, werden darin Sissi und Beate sicher untergebracht mit uns zurück
nach Deutschland fliegen. Im Gepäck haben wir auch Medikamente und ein Päckchen
von Marvin Storp für seinen Patenkater Yoshi.
Das
alles wollen wir abgeben. Das Katzenheim Roquetas besuchen, Fotos von allen
Patenkatzen machen unsere eigenen Patenkatzen Gitta und Gesina besuchen und einmal
die Menschen kennen lernen von denen wir schon so viel gehört haben.
Natürlich
wollen wir uns auch einiges von Andalusien ansehen. Der Besuch von Granada,
Sevilla, Còrdoba und ein Besuch im Naturschutzgebiet
Cabo de Gata stehen auf unserem Besuchsprogramm.
Nach
einem kurzen Flug stehe ich mit ziemlich gemischten Gefühlen, wieder auf spanischen Boden. Sehr lange ist es her, dass ich hier wegen meiner Liebe zu
Tieren ein unangenehmes Erlebnis gehabt habe. Von meinem Mann kommt ein
aufmunterndes Lächeln: Soll wohl
heißen, diesmal wird alles, alles
anders und Du bist diesmal nicht allein.
Also
Gut, schauen wir mal.
Am
nächsten Tag haben wir unser Mietauto und beschließen sofort mit Rolf Hettkamp
Kontakt aufzunehmen. Wir verabreden uns für Montagmorgen.
Am
Sonntag fahren wir nach Granada und schauen uns die weltberühmte Alhambra an:
ein phantastisches Erlebnis. Natürlich sehen wir wieder Katzen. Eine Mama mit
ihren Kleinen sitzt vor dem Nasriden-Palast. Die Katzen sind unglaublich scheu,
deshalb lassen wir die Kleinen in Ruhe, wir wollen nicht das die Mama in Panik
gerät und versucht ihre Kleinen, bei der Hitze und durch unglaublich viele
Touristenbeine hindurch zu einen anderen Ort bringt.
Die
Besichtigung zieht sich hin, es ist spät geworden und wir haben noch cirka 3
Stunden Rückfahrt vor uns. Es stellt sich heraus, dass wir die Entfernungen in
Andalusien gewaltig unterschätzt haben. Es wird uns klar, dass wir den Termin
im Katzenheim besser verschieben sollten. Gesagt, getan, diesmal spreche ich mit
Frau Hettkamp, die unglaublich freundlich ist und mir versichert, das macht überhaupt
nichts.
Also
der Besuch im Katzenheim erst am Dienstag. Wir wollen nicht mit leeren Händen
kommen und fahren deshalb am
Montagnachmittag in einem großen Supermarkt.
Vier
große Säcke mit Katzenfutter, einer davon als Ersatz für nicht mitgenommenes
Feuchtfutter von Verena und Sven, landen schnell in unserem Einkaufswagen.
Schwieriger gestaltet sich die Suche nach Katzenleckerchen. Verflixt es gibt
hier keine Katzenleckerchen zu kaufen. Merkwürdig…… Hundeleckerchen gibt es in Hülle und Fülle, für
Katzen….. nichts.
Nachdem
wir dann noch so einige andere Läden abgeklappert haben, werden wir endlich in
einem Touristenladen direkt am Meer fündig. Auch hier, jede Menge
Hundeleckerchen und eine Sorte Katzenleckerstangen, egal her damit.
Gemeinsam
überlegen wir, ob Katzen in Spanien keine Lobby haben. Stimmt, das finden wir
schnell heraus. Hunde haben in Spanien definitiv die besseren Karten, es sei
den, es sind Galgos.
Dienstagmorgen:
Wir stehen wie verabredet um 8.30 Uhr auf dem Parkplatz einer Appartement-Anlage
am Meer und warten auf Rolf Hettkamp.
Er
kommt und nach einer kurzen Begrüßung fahren wir los. Wir geben uns Mühe den
weißen Pritschenwagen nicht aus den Augen zu verlieren. Allein werden wir den
Weg zum Katzenheim wohl nicht finden. Die Fahrt geht gut 30 Min. durch endlose
Reihen von Gewächshäusern in die Berge. Wir passieren einen Steinbruch, die
Straße wird immer schmaler und steiler. Endlich biegt Rolf Hettkamp links auf
ein Grundstück ab. Diese Strecke fährt der mittlerweile 72jährige also täglich.
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Auf
einmal werden wir laut bellend begrüßt. Große und kleine Hunde wuseln um
unser Auto herum. Das Aussteigen wird schwierig für mich. Ein großer weißer
Hund, der aussieht wie ein Flokatiteppich hat es auf mich abgesehen. Noch im
Auto springt er auf meinen Schoß und dann werde ich erst einmal
gnadenlos/freundlich abgeleckt. Als ich es endlich geschafft habe auszusteigen,
kommt der nächste Hund, eine Dogge, die sich wohl für ein Schoßhündchen hält,
gefolgt von einem echten Schoßhündchen, einem Chihuahua und dann noch einige
andere Hunde. Es dauert einige Zeit bis wir uns durchgeschmust haben.
Dann lernen wir Barbara und Udo Giel kennen. Die Beiden wohnen hier oben. Barbara hilft Rolf Hettkamp bei der Versorgung der Katzen und Hunde.
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Wir
betreten das erste Außengehege. Im nächsten Augenblick habe ich eine kleine
Katze auf meiner Schulter sitzen, dann legt sich die Fellnase wie ein Schal um
meinen Hals, reibt ihr Köpfchen an meiner Wange und schnurrt und schnurrt und
schnurrt mir ins Ohr.
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Wieder,
wie im Katzenheim auf Malta, wünsche ich mir, ich hätte mindestens 10 Hände.
Es ist unglaublich. Diese Fellchen hungern förmlich nach Streicheleinheiten und
es sind so viele.
Klaus
fängt an zu fotografieren. Immer wieder muss er aufhören weil die Fellchen
gestreichelt werden wollen. Ich versuche in der Zwischenzeit, zu schmusen was
das Zeug hält, aber trotzdem halte ich nach unseren Patenkatzen Ausschau.
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Es
gelingt mir auch einige zu erkennen und Klaus versucht sofort die von mir
erkannten Katzen zu fotografieren.
Nach etlichen Stunden ist uns Beiden klar, es
wird schwierig werden alle zu fotografieren.
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Barbara
lädt uns auf einen Kaffee ein. Bei dieser Gelegenheit übergeben wir das Päckchen
von Marvin. Rolf Hettkamp erzählt uns von den Anfängen des Katzenheims und Barbara erklärt uns den täglichen Ablauf im Katzenheim. Es
ist schier unglaublich, was diese Beiden leisten. |
Um
es noch mal ganz klar zu sagen:
Es
gibt hier im Katzenheim Roquetas keine zusätzlichen Helfer mehr. Da gibt es
also den fast 72 jährigen Rolf Hettkamp, der jeden Morgen die 30 Min. hier hoch
fährt und es gibt Barbara, die gesundheitlich, angeschlagen ist
und sich
trotzdem jeden Tag um die Katzen kümmert. Meine Hochachtung für diese
Vollblut-Tierschützer.
Gegen
14.00 Uhr ist Rolf Hettkamp mit seiner Arbeit fertig. Es ist ziemlich heiß,
sogar hier oben in den Bergen.
Wir fahren wieder hinter ihm her. Bei unserem nächsten
Besuch versuchen wir das Katzenheim selbst zu finden.
Der
nächste Besuch verläuft ähnlich. Wir müssen leider feststellen, dass es
einfach nicht möglich ist, jede der Patenkatzen einzeln zu fotografieren. Zurück
in Deutschland werde ich das dann den Paten beschreiben und auf
ihr Verständnis
hoffen.
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Heute
hat Rolf Hettkamp eine Bitte an uns. Er hat in der Wüste einen ausgesetzten
Galgo gefunden, das Weibchen
war hoch trächtig. Mittlerweile hat die Hündin 6
Welpen geboren. Sie ist kastriert
worden und könnte jetzt vermittelt werden.
Alles
klar, wir verstehen: Fotoshooting mit der Galgo-Mama, die Mama hat noch keinen
Namen. Der Hund lebt zur
Zeit noch
mit dem Ehepaar Hettkamp in der
Appartementanlage am Meer. Wir fahren also mit um zu Fotografieren.
Mir
stehen die Tränen in den Augen, als wir die Hündin sehen. Sie ist ein großes
Bündel Angst. Mir geht durch den
Kopf und dann spreche ich es auch aus, armes,
liebes, schönes Mädchen, was haben Dir die Menschen bloß
angetan, das Du
immer noch solche Angst hast.
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Dann
muss ich wieder daran denken, was ich hier vor etlichen Jahren in Spanien erlebt
habe, als ich, so eine Galgo-Mama mit ihren Kleinen retten wollte.
"Sag
niemals nie.
Denn
in diesem Moment und auch jetzt wo ich diesen Reisebericht schreibe, bin ich
froh, daß ich doch noch einmal nach Spanien gekommen bin. Denn diesmal habe ich
Menschen kennengelernt habe, die hier in
Spanien wertvolle Tierschutzarbeit leisten.
Menschen
wie Rolf und wie Barbara und Udo. Es ist schön wenn aus Namen Menschen werden.
Wir
fahren zum letzen Mal zum Katzenheim hoch. Der Abschied von all den
Kampfschmusern fällt uns schwer.
Am liebsten würden wir 20 Katzen mitnehmen,
nicht nur zwei. Erst jetzt beim dritten Besuch entdecke ich plötzlich
Gitta und
Gesina, meine beiden Patenkatzen. Aus den Teenies sind kleine Ladys geworden.
Dann
wird es Zeit, Auf Wiedersehen zu
sagen.
Am
Flughafen von Almeria warten wir auf Udo, der uns die Transportkörbe mit Sissy
und Beate bringen wird. Er
kommt und wir können einchecken. Die Katzen sind
verständlicherweise total verängstigt. Die armen Fellchen,
wir können ihnen
zwar nicht die Angst nehmen, aber wir wissen das ein liebevolles Zuhause auf
beide wartet.
An
dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Udo für den Katzentransport. Die Katzen
hatten ein Trinkgefäß an
der Canneltür und der Boden war mit Tüchern
ausgepolstert.
Liebe Barbara, lieber Rolf und Udo,
Danke für alles, wir sind froh, dass die Katzen von Roquetas
Euch haben.
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© Katzenheim-Roquetas