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Am Sonntag, den
24.04.2005 war es soweit: endlich konnte die praktische Tierschutzarbeit vor Ort
beginnen.
Schon lange
war in mir der Wunsch gewachsen mehr für den Tierschutz zu leisten als immer
„nur“ Geld zu spenden, was zwar unglaublich wichtig für die Tierschützer
vor Ort und auch hier in Deutschland ist, mir aber auch häufig wie ein
„Ruhekissen“ für das eigene gute Gewissen vorkam.
Umso mehr
ich mich mit dem Tierschutz im Süden beschäftigte, umso mehr wurde mir klar,
dass auch ich „irgendwie“ dabei sein wollte.
Nach dem Tod
meines Katers hatte ich monatelang online recherchiert und stieß dann nach
„neunmonatiger Schwangerschaft“ zum Katzenheim Roquetas, denn genau solange
hat es gedauert, bis ich für mein Empfinden „das Richtige“ fand. Kein
Wunder, bei der liebevollen Gestaltung der Seiten, insbesondere den Texten von
Dagmar, die sofort mein Herz und meine Seele berührt hatten.
Nachdem der
Kontakt zu ihr hergestellt war und ich ihr erzählte, dass ich auch dabei
mitmachen will, bot sie mir an, mir dabei zu helfen und mich dahin zu führen,
dass ich praktisch helfen und auch sie unterstützen kann, wenn sich die
Gelegenheiten bieten. Nun ja, lange hat es gedauert bis der richtige Moment dafür
kam, bis dahin ging es eher um kleinere Sachen, aber dann wurde es ganz konkret.
An dieser
Stelle möchte ich mich bei Dagmar dafür einmal ganz herzlich bedanken, dass sie
immer für mich da war und ist und mir immer zur Seite steht, bei allen möglichen
und unmöglichen Fragen, die ich dazu hatte und auch bestimmt in der Zukunft noch
haben werde.
Als es
endlich am Sonntag losging - Malaga stand auf dem Plan, süße arme Miezen aus
dem Refugio holen, die von
Dagmar auf der Zuhause gesucht-Seite bereits
vorgestellt wurden – und von Canan, mit der ja eine ebenso wunderbare
Zusammenarbeit entstanden ist, waren meine Freundin, die mich bei diesem
Vorhaben begleitet und unterstützt hat und ich, schon sehr aufgeregt was uns
wohl vor Ort erwarten würde.
Wie sieht es
dort aus, wie sind die Umstände und Zustände unter denen die Tiere „leben“
müssen??
Canan hatte
für uns einen Besuch im Malaga Pound – dem städtischen Tierheim – ermöglicht,
obwohl dieses Sonntags sonst geschlossen hat. Puh, meine Güte, so viele Tiere
auf einem Haufen, auch wenn das Gelände auf dem sie sich befanden riesig war,
hatten wir noch nicht gesehen ... Es sollen über 800 Hunde(!!!) und jede Menge
Katzen dort ihr Dasein fristen.

Canan mit einem heimaltlosen
Hundi
Wir haben
uns langsam und mit einem schon mulmigem Gefühl über das Gelände bewegt, mit
ununterbrochenem Gebell der armen Hundis, die alle ein wenig Aufmerksamkeit und
Zuwendung wollen, an einem hochspringen und mir das Weitergehen wirklich schwer
gemacht haben. Die Sonne scheint allen auf den Pelz, Rückzugsmöglichkeiten
sind zwar gegeben, aber doch bei der Anzahl an Tieren recht knapp. Ein bisschen
Streicheln hier, ein Foto da – die armen Tiere – wir konnten ihnen nicht
gerecht werden, haben sie doch alle Liebe dieser Welt verdient. Es war überwältigend
und beeindruckend so etwas live vor Ort gesehen zu haben. Nur so bekommt man
einen richtigen Eindruck wie es den Tieren im Süden ergeht und was die Helfer
vor Ort auch alles leisten, bzw. leisten müssen. Da wir aber zu den Katzen
wollten, mussten wir uns leider weiter durch die Hundemassen
„durcharbeiten“.
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"Happy-Zeit" ...
es gibt etwas zu Essen!
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Es gab zwei
Katzengelände, die getrennt waren und nicht so groß wie bei den Hunden.
  
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Auch
dort wiederholte sich das Procedere: streicheln bei den zutraulicheren Tieren
und fotografieren von weitem, bei den weniger Mutigen ...
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und
wieder weitergehen, dieses hat mir wirklich Stiche im Herzen verursacht,
weil man doch allen helfen will und sie alle am liebsten dort rausholen möchte
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Besonders
ein roter Tiger hatte es mir (und
ich glaube ich ihm auch) angetan... Er war so was von cool und forsch, ein verrückter
Knabe, lag er doch bestimmt eine halbe Stunde lang auf meiner Schulter rum und
schleckte mir das Gesicht ab, es war sooo schööön. Ich hätte wirklich mit
ihm auf der Schulter rausmarschieren können und er hätte sich nicht runter
bewegt.
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Allein das war schon beeindruckend wie lieb und zutraulich diese
wunderschönen Wesen dort sind. Es sind alle Arten von Katzen im Pound
vertreten, alte, junge, Babies, kranke und gesunde und kaum eine hat eine reelle
Chance jemals wieder raus zukommen. Sie werden dort zwar nicht getötet – dafür
gibt es ja die Gaskammer... – fristen aber
oft ein lebenslanges Dasein. Deshalb hatte Canan beschlossen, da wir das Refugio
ja ziemlich „leeren“ wollten, sprich so viele Miezen wie möglich
auszufliegen, wenigstens vier Katzen vom Pound rauszuholen und ins Refugio zu
bringen. Diese sollen dann wieder auf unserer Roquetas Seite vorgestellt werden,
damit wir sie ebenfalls liebevoll vermitteln können.
Das soll
jetzt übrigens öfter geschehen, denn nur so funktioniert der Kreislauf, das
dort einige Katzen die Chance haben raus zukommen, um dann in Deutschland doch
noch ein glückliches Zuhause zu finden.

Gesagt,
getan, wir haben schweren Herzens vier Katzen, aus jedem Teil des Katzengebietes
zwei, ausgesucht und anschließend in einer aufregenden Fahrt für Mensch und
Tier, ins Refugio rüber gefahren.
Auch da gibt
es zwei Gebiete, eines für die Hunde, das andere für die Katzen, das von Canan
ja so liebevoll und unter diesen Umständen, wirklich erträglich hergerichtet
wurde und wird. Die Zellen sind mit Körben und Decken, die von von lieben
Spendern über Dagmar geschickt wurden, sowie mit Spielzeug ausgestattet.
Das ist Canan, sie ist die
einzige, die sich um die Tierchen kümmert, sie widmet ihre Freizeit den Tieren
- ohne Canan wären sie verloren ...

Immer
wieder kommen Katzenkinder an ...
Ich
habe mich mehr dem Katzentrakt gewidmet, da der Hundebereich von einer anderen
Frau betreut wird, also nicht von unserer Seite.

Dort haben
wir dann unsere vier Neuankömmlinge erst mal herzlich Willkommen geheißen und
ihnen alles hergerichtet, inklusive vier vollen Näpfen mit Futter für jede
einzelne Mieze. Dankbar und gierig wurde dieses auch angenommen...
Danach hat
sich jede Katze eine Rückzugsmöglichkeit gesucht, die für jede auch
geschaffen wurde und sich erst mal häuslich niedergelassen, solange bis wieder
jemand kommt und die Katzen nach Deutschland ausfliegt. Wollen wir hoffen, das
dieses bald geschieht, da jeder Platz im Refugio gebraucht wird, was passiert,
wenn alles voll ist, wissen wir ja, dann hat der Aufenthalt der Miezen ein tödliches
Ende. Und ich habe
diese kleinen Racker nicht aus dem Pound mit ausgesucht und rübergebracht,
damit sie dann dort ihr jähes und sinnloses Ende, durch perverse Menschenhände,
finden... Es ist also ein Kreislauf ohne Gleichen. Sie sind allesamt sehr lieb
und zutraulich und es viel mir schon sehr schwer, sie nicht auch gleich
mitzunehmen.
Ja und dann
waren wir bei unseren Lieblingen, die schon sehnsüchtig in Deutschland erwartet
wurden: Bei Baghira, Cindy, Schmuser und noch einem kleinen Mädchen, das ja
jetzt den Namen „Canan“ trägt, den hat sie von Dagmar und Dagmar (der
Pflegemama) bekommen, die uns in Düsseldorf am Flughafen empfangen hat, um den
Süßen, außer Schmuser,
der ist jetzt MEINS...hihi, ein vorübergehendes Zuhause zu geben.

Mein "Schmuser" als
er noch im Refugio war ...
Wir haben
sie also reisefertig gemacht, husch husch ins Körbchen und ab ging es nach good
Old Germany, wo sie jetzt alle auf ihren neuen Wirkungskreis warten. Schmuser
hat seinen ja bereits gefunden und sich schon sehr gut eingelebt, ein absoluter
Schmusebube, unglaublich. Seit Montag habe ich einen neuen Schatten...
Ja ... das
war zusammengefasst unsere „Reise“ nach Malaga und zurück, wenn ich es
nicht schon vorher gewusst hätte, jetzt ganz bestimmt, dieses war nicht der
letzte Streich. So etwas lässt keinen tierliebenden Menschen unberührt zurückfliegen,
ich werde bestimmt wieder – da wo es nötig ist – hinfliegen und Miezen
versuchen vor diesem Elend zu retten. Das alles direkt vor Ort sind Eindrücke,
die ich ganz bestimmt nicht vergessen werde, die tiefgehende Spuren bei uns
allen hinterlassen haben.
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