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Einmal Malaga und zurück 
von Claudia Niemann

Claudia Niemann    
(Claudia mit einem Refugio-Insassen)
    

Am Sonntag, den 24.04.2005 war es soweit: endlich konnte die praktische Tierschutzarbeit vor Ort beginnen.

Schon lange war in mir der Wunsch gewachsen mehr für den Tierschutz zu leisten als immer „nur“ Geld zu spenden, was zwar unglaublich wichtig für die Tierschützer vor Ort und auch hier in Deutschland ist, mir aber auch häufig wie ein „Ruhekissen“ für das eigene gute Gewissen vorkam.

Umso mehr ich mich mit dem Tierschutz im Süden beschäftigte, umso mehr wurde mir klar, dass auch ich „irgendwie“ dabei sein wollte.

Nach dem Tod meines Katers hatte ich monatelang online recherchiert und stieß dann nach „neunmonatiger Schwangerschaft“ zum Katzenheim Roquetas, denn genau solange hat es gedauert, bis ich für mein Empfinden „das Richtige“ fand. Kein Wunder, bei der liebevollen Gestaltung der Seiten, insbesondere den Texten von Dagmar, die sofort mein Herz und meine Seele berührt hatten.

Nachdem der Kontakt zu ihr hergestellt war und ich ihr erzählte, dass ich auch dabei mitmachen will, bot sie mir an, mir dabei zu helfen und mich dahin zu führen, dass ich praktisch helfen und auch sie unterstützen kann, wenn sich die Gelegenheiten bieten. Nun ja, lange hat es gedauert bis der richtige Moment dafür kam, bis dahin ging es eher um kleinere Sachen, aber dann wurde es ganz konkret.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Dagmar dafür einmal ganz herzlich bedanken, dass sie immer für mich da war und ist und mir immer zur Seite steht, bei allen möglichen und unmöglichen Fragen, die ich dazu hatte und auch bestimmt in der Zukunft noch haben werde.

Als es endlich am Sonntag losging - Malaga stand auf dem Plan, süße arme Miezen aus dem Refugio holen, die von Dagmar auf der Zuhause gesucht-Seite bereits vorgestellt wurden – und von Canan, mit der ja eine ebenso wunderbare Zusammenarbeit entstanden ist, waren meine Freundin, die mich bei diesem Vorhaben begleitet und unterstützt hat und ich, schon sehr aufgeregt was uns wohl vor Ort erwarten würde.

Wie sieht es dort aus, wie sind die Umstände und Zustände unter denen die Tiere „leben“ müssen??  

Refugio Refugio

Canan hatte für uns einen Besuch im Malaga Pound – dem städtischen Tierheim – ermöglicht, obwohl dieses Sonntags sonst geschlossen hat. Puh, meine Güte, so viele Tiere auf einem Haufen, auch wenn das Gelände auf dem sie sich befanden riesig war, hatten wir noch nicht gesehen ... Es sollen über 800 Hunde(!!!) und jede Menge Katzen dort ihr Dasein fristen.  

Canan mit einem heimaltlosen Hundi
Canan mit einem heimaltlosen Hundi

Wir haben uns langsam und mit einem schon mulmigem Gefühl über das Gelände bewegt, mit ununterbrochenem Gebell der armen Hundis, die alle ein wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung wollen, an einem hochspringen und mir das Weitergehen wirklich schwer gemacht haben. Die Sonne scheint allen auf den Pelz, Rückzugsmöglichkeiten sind zwar gegeben, aber doch bei der Anzahl an Tieren recht knapp. Ein bisschen Streicheln hier, ein Foto da – die armen Tiere – wir konnten ihnen nicht gerecht werden, haben sie doch alle Liebe dieser Welt verdient. Es war überwältigend und beeindruckend so etwas live vor Ort gesehen zu haben. Nur so bekommt man einen richtigen Eindruck wie es den Tieren im Süden ergeht und was die Helfer vor Ort auch alles leisten, bzw. leisten müssen. Da wir aber zu den Katzen wollten, mussten wir uns leider weiter durch die Hundemassen „durcharbeiten“. 

"Happy-Zeit" ... es gibt etwas zu Essen! "Happy-Zeit" ... es gibt etwas zu Essen!
"Happy-Zeit" ... es gibt etwas zu Essen!
 

Katzengelände

Es gab zwei Katzengelände, die getrennt waren und nicht so groß wie bei den Hunden.

KatzengeländeKatzengeländeKatzengelände

Auch dort wiederholte sich das Procedere: streicheln bei den zutraulicheren Tieren und fotografieren von weitem, bei den weniger Mutigen ...

Katzengelände

 

und wieder weitergehen, dieses hat mir wirklich Stiche im Herzen verursacht, weil man doch allen helfen will und sie alle am liebsten dort rausholen möchte

Katzengelände

 

Besonders ein roter Tiger hatte es mir  (und ich glaube ich ihm auch) angetan... Er war so was von cool und forsch, ein verrückter Knabe, lag er doch bestimmt eine halbe Stunde lang auf meiner Schulter rum und schleckte mir das Gesicht ab, es war sooo schööön. Ich hätte wirklich mit ihm auf der Schulter rausmarschieren können und er hätte sich nicht runter bewegt. 

Claudia - belagert und beäugt

 

Allein das war schon beeindruckend wie lieb und zutraulich diese wunderschönen Wesen dort sind. Es sind alle Arten von Katzen im Pound vertreten, alte, junge, Babies, kranke und gesunde und kaum eine hat eine reelle Chance jemals wieder raus zukommen. Sie werden dort zwar nicht getötet – dafür gibt es ja die Gaskammer...    fristen aber oft ein lebenslanges Dasein. Deshalb hatte Canan beschlossen, da wir das Refugio ja ziemlich „leeren“ wollten, sprich so viele Miezen wie möglich auszufliegen, wenigstens vier Katzen vom Pound rauszuholen und ins Refugio zu bringen. Diese sollen dann wieder auf unserer Roquetas Seite vorgestellt werden, damit wir sie ebenfalls liebevoll vermitteln können.

Das soll jetzt übrigens öfter geschehen, denn nur so funktioniert der Kreislauf, das dort einige Katzen die Chance haben raus zukommen, um dann in Deutschland doch noch ein glückliches Zuhause zu finden.  

Fütterung

Gesagt, getan, wir haben schweren Herzens vier Katzen, aus jedem Teil des Katzengebietes zwei, ausgesucht und anschließend in einer aufregenden Fahrt für Mensch und Tier, ins Refugio rüber gefahren.

Auch da gibt es zwei Gebiete, eines für die Hunde, das andere für die Katzen, das von Canan ja so liebevoll und unter diesen Umständen, wirklich erträglich hergerichtet wurde und wird. Die Zellen sind mit Körben und Decken, die von von lieben Spendern über Dagmar geschickt wurden, sowie mit Spielzeug ausgestattet. 

Canan Das ist Canan, sie ist die einzige, die sich um die Tierchen kümmert, sie widmet ihre Freizeit den Tieren - ohne Canan wären sie verloren ...

            Canan

Immer wieder kommen Katzenkinder an ...    
 Katzenkinder Katzenkinder       

 

Ich habe mich mehr dem Katzentrakt gewidmet, da der Hundebereich von einer anderen Frau betreut wird, also nicht von unserer Seite.

  Katzentrakt

Dort haben wir dann unsere vier Neuankömmlinge erst mal herzlich Willkommen geheißen und ihnen alles hergerichtet, inklusive vier vollen Näpfen mit Futter für jede einzelne Mieze. Dankbar und gierig wurde dieses auch angenommen...  

Danach hat sich jede Katze eine Rückzugsmöglichkeit gesucht, die für jede auch geschaffen wurde und sich erst mal häuslich niedergelassen, solange bis wieder jemand kommt und die Katzen nach Deutschland ausfliegt. Wollen wir hoffen, das dieses bald geschieht, da jeder Platz im Refugio gebraucht wird, was passiert, wenn alles voll ist, wissen wir ja, dann hat der Aufenthalt der Miezen ein tödliches Ende. Und ich habe diese kleinen Racker nicht aus dem Pound mit ausgesucht und rübergebracht, damit sie dann dort ihr jähes und sinnloses Ende, durch perverse Menschenhände, finden... Es ist also ein Kreislauf ohne Gleichen. Sie sind allesamt sehr lieb und zutraulich und es viel mir schon sehr schwer, sie nicht auch gleich mitzunehmen. 

Ja und dann waren wir bei unseren Lieblingen, die schon sehnsüchtig in Deutschland erwartet wurden: Bei Baghira, Cindy, Schmuser und noch einem kleinen Mädchen, das ja jetzt den Namen „Canan“ trägt, den hat sie von Dagmar und Dagmar (der Pflegemama) bekommen, die uns in Düsseldorf am Flughafen empfangen hat, um den Süßen, außer Schmuser, der ist jetzt MEINS...hihi, ein vorübergehendes Zuhause zu geben.  

Schmuser Schmuser
Mein "Schmuser" als er noch im Refugio war ...

Wir haben sie also reisefertig gemacht, husch husch ins Körbchen und ab ging es nach good Old Germany, wo sie jetzt alle auf ihren neuen Wirkungskreis warten. Schmuser hat seinen ja bereits gefunden und sich schon sehr gut eingelebt, ein absoluter Schmusebube, unglaublich. Seit Montag habe ich einen neuen Schatten...

Ja ... das war zusammengefasst unsere „Reise“ nach Malaga und zurück, wenn ich es nicht schon vorher gewusst hätte, jetzt ganz bestimmt, dieses war nicht der letzte Streich. So etwas lässt keinen tierliebenden Menschen unberührt zurückfliegen, ich werde bestimmt wieder – da wo es nötig ist – hinfliegen und Miezen versuchen vor diesem Elend zu retten. Das alles direkt vor Ort sind Eindrücke, die ich ganz bestimmt nicht vergessen werde, die tiefgehende Spuren bei uns allen hinterlassen haben.    
 

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© Katzenheim-Roquetas