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Geschichten
und mehr ...

Frodo, Floh & Findus
Frodo (Suerto) April
2004
oder: "Suerto", das
Katerchen mit dem Namen "Glück",
das die Hoffnung nicht aufgab
Suerto (heute
Frodo) hatte so großes Glück, seine Geschichte ist unglaublich, aber wir möchten
sie hier auf jeden Fall erzählen, damit den Menschen auch klar wird, dass auch
augenscheinlich "hoffnungslose" Fälle nicht aussichtslos sind, wenn man alle
Kräfte einsetzt und alle Möglichkeiten nutzt.
Wie alles begann:
nachfolgende Mail erhielt ich im Oktober:
Stell dir vor, da hat doch
gestern Abend tatsächlich jemand ein ca. 3 Wochen altes Katzenbaby auf der
Hauptstraße ausgesetzt!
Der Liebe Gott selbst hat dafür
gesorgt, dass ich als Erste an der Ampel losgefahren bin, das "Winzile"
gesehen hab, Warnblinker an und bremsen war eins! Wenn mir da einer rein gefahren
wäre, wäre mir total egal gewesen. Dieses Manöver hat Passanten aufmerksam ge
macht. Ein Mann hat das Kleine dann mitten auf der Fahrbahn gesehen und es
aufgehoben. Dann das Auto rechts ran und ich hab das Katzi genommen. Der
Mann, der es aufgehoben hatte, meinte erst, er nimmt es mit nach Hause, seine Frau hat dann protestiert: "sieh Dir mal die Augen an, die Katze
ist krank, die nehmen wir nicht!"
Frodo (Suerto im Oktober
2003 beim Tierarzt)
Na ja, ich hab ja immer
einen verschließbaren Karton oder eine verschließbare Tasche im Auto, so
konnte ich das Kleine mitnehmen.
Gezittert hat das Kleinchen
wie Espenlaub. Das rechte Äuglein total dick und fast nicht mehr zu sehen,
Eiter lief in Strömen raus. Das linke Äuglein nicht so geschwollen, aber
genauso eitrig.
Zuhause hab ich dann einen großen
Karton genommen, auf der einen Seite schnell ein kleines Katzenklo gebastelt,
dann ein weiches Handtuch auf der anderen Seite und schon war die
Notbehausung für Katzi fertig.
Essen wollte es aber gar
nichts, das habe ich als erstes versucht. Winzige Stückchen Babynassfutter...
Nein! Dann Magermilch mit Eigelb... Nichts! Nun aber erst mal den Eiter von
den Äuglein wischen und das verkrustete Näschen frei machen. Mit warmen Tee
auf
weichen und ganz vorsichtig mit einem weichem Tuch abwischen...
Das Zittern hört auf, Katzi
fasst scheinbar ein bisschen Vertrauen, aber es ist zu spät, um zum Tierarzt zu
fahren. Wir werden die Nacht irgendwie umkriegen müssen!
Jede Stunde, bis 1 Uhr Nachts
hab ich nach dem Katzile geschaut. Immer versucht ein bisschen warme Milch mit
Eigelb einzuflößen - minimaler Erfolg. in 6 Stunden 3 ml... Viel zu wenig.
Das Kleine hat Probleme beim Schlucken.
Ab
1 Uhr dann alle 2 Stunden: eine Wärmflasche machen, das Kleine ist kalt und mag
sich nicht zudecken lassen - dann eben auf eine Wärmflasche setzen. Bisschen
warmes Wasser rein, Luft rausdrücken, damit sie auch schön flach ist und nicht
schaukelt, da liegt sie nun ganz gut. Lege mich nun auch ein wenig zur Ruhe.
Die 2 Stunden Schlaf waren
immer unruhig, hab mit einem Ohr gelauscht, ob Katzi weint...
Am nächsten Morgen (Sonntag)
rief ich dann sofort den Tierarzt an. Also, von 9 bis 11... Bis ich endlich
losfahren konnte... Das rechte Äuglein wurde immer schlimmer und Katzi wollte
immer noch nicht essen. Endlich in der Praxis angekommen sagte der Tierarzt,
dass es ein Wunder ist, dass es noch lebt. Das rechte Auge ist nicht zu retten,
das muss entfernt werden. Ich hatte gleich ein schlechtes Gewissen und habe
gefragt, ob er das Auge noch hätte retten können, wenn ich schon gestern Abend
gekommen wäre? Nein, da wäre auch nichts zu retten gewesen.
Frodo (Suerto, im
Oktober 2003 beim Tierarzt: seine Augen sind nicht mehr zu retten)
Ob das Kleine auf dem linken
Auge jemals was sehen kann???? Das liegt noch in in den Händen der
Tierärzte und vor allem in Gottes Hand. Aber wer will schon ein blindes Kätzchen
haben?!?
Jedenfalls hat es erst mal
Antibiotika bekommen und "Suero" das ist ein Mittel, das den Flüssigkeits-
und Mineralstoffhaushalt aufrecht erhält. Auch ein Mittel gegen Schmerzen.
Schweren Herzens bin ich dann
wieder nach Hause gefahren, aber da warteten ja schon die Straßenkatzen
die haben ja auch Rechte.
Morgen Vormittag wird das
Kleine operiert, das rechte Äuglein wird entfernt... Ich hab noch versucht,
ihr Mut zuzusprechen, hab ihr versprochen, sie in meine Gebete einzuschließen.
Einfach weggeworfen, mitten
auf eine Hauptstraße!!! Gibt es etwas, was schrecklicher ist???
Katzi bleibt, wenn es überlebt
und die Klinik verlassen kann im Katzenheim. Selbst wenn sie ganz blind
sein sollte. Oder gibt es noch Menschen, die eine blinde Katze aufnehmen und
entsprechend ihrer Behinderung pflegen würden??
Nun – es ging weiter:
"Katzi"
ist ein mutiger kleiner Kerl der am Leben hängt und dafür gekämpft hat,
genauso wie unsere Tierärzte.
Als ich in Spanien ankam, sind
wir gleich am nächsten Tag zu "Katzi" in die Klinik gefahren. Was für
ein kleines, Liebe suchendes Wesen! Als ich ihn auf dem Arm hielt - meine
Güte, ein Häufchen Fell mit soviel Zuneigung - nahe an meinem Hals,
nuckelte er gleich an diesem und schnurrte wie ein Großer.
Dass er leben wollte, zeigte er
mit jeder Faser seines kleinen Körpers.
Sein rechtes Äuglein hatte er ja
schon verloren und sein Linkes - es sah schlimm aus. Unsere Tierärzte hatten
alles versucht, doch leider vergebens, zu weit war es schon angegriffen,
stand wie ein Ball aus der Augenhöhle - keine Rettung, auch dieses musste
entfernt werden. "Katzi's" Schicksal, sein Leben lang blind zu sein,
war besiegelt, doch dieses kleine Wesen sprühte trotz allem voller Leben!
Auch seine zweite OP überstand
der kleine Kerl sehr gut. Und er durfte nach wenigen Tagen in die Obhut unserer
Katzenmutter Monika ins Katzenheim. Dort wohnte er für kurze Zeit im
Badezimmer, in einer gemütlichen und kuscheligen Kiste, wo er sich erst einmal
zurecht finden konnte. Denn wir wussten noch nicht, wie er damit klar kommt,
nichts sehen zu können. Er war gleich damit vertraut, wir konnten es kaum
fassen, aber es machte ihm überhaupt nichts aus, er hatte sich an seine
Behinderung sofort gewöhnt. Hatte sich gleich auf seine anderen Sinne
konzentriert: Hören, Tasten, Fühlen. Und einen guten Appetit zeigte er auch
– also die besten Voraussetzungen!
Frodo (Suerto) nach
seinen beiden OPs im Katzenheim im Oktober 2003
Hier entdeckt er schon
seine Umgebung ;-)
Wir waren einfach glücklich! Und
weil wir es so sehr waren, haben wir "Katzi" umgetauft in "Suerto"
(Suerte bedeutet "Glück" im spanischen und dass unser kleiner Kerl
Glück hatte, das war mehr als klar!)
Das wir für ihn ein Zuhause
finden, war für mich überhaupt keine Frage! Es gibt viele Katzen oder Hunde
die blind sind – sind sie deshalb weniger wert oder haben kein Recht auf Leben? Nein!
Ich versprach ihm bei meiner
Abreise: Der Mensch, der für Dich bestimmt ist, mein kleiner Suerto, der ist
heute morgen schon aufgestanden, wir müssen ihn nur noch finden!
Ich flog nach Hause und begann
mit der Suche. Und es dauerte nur kurze Zeit, denn seine Menschen
waren auch schon auf der Suche nach ihm. Und das gute daran: ich
kannte sie zudem noch!
Sie hatten schon vorher einen
kleinen sehbehinderten Kater aufgenommen und suchten nun noch einen Lebensgefährten
für ihn!
Für sie war es keine Frage:
Suerto war ihr Katerchen! Und nach weiteren 2 Wochen war Suerto’s
Glück besiegelt: er konnte in sein neues Zuhause einziehen! Und wie sollte
es anders sein, er fand sich sofort zurecht - kaum zu glauben, aber wahr!
Und nicht nur sein Glück war beschlossen, denn auch für Suan (heute Floh) war es
das Glück, denn Katrin und Wayne hatten beschlossen auch noch ein weiteres
Kätzchen zu sich zu nehmen - so hatten sie nun 3 Jungs.
Floh (Suan) im
Katzenheim im
Oktober 2003
Sie leben nun schon einige Monate
bei Katrin und Wayne, haben ihr erstes Weihnachten, ihr erstes Silvester und nun
auch ihr erstes Osterfest erlebt. Sie sind zu wundervollen und stolzen Katern
herangewachsen und genießen das Leben mit ihren Menschen.
Die drei
Jungs im April 2004
Floh (Suan) und Floh mit
Findus die erste Frühlingsluft schnuppern
Frodo
(Suerto) und Floh (Suan).
Auch Frodo ist wie immer neugierig und genießt die erste
schöne warme Sonne
und
die laue Frühlingsluft . Er ist überhaupt nicht ängstlich oder
zurückhaltend, er muss alles erkunden, entdecken :-)))
Sind sie nicht wundervolle und
stolze Kater geworden?
Wäre Suerto (Frodo) nicht
so lebenshungrig gewesen, hätte seine Finderin zu diesem Zeitpunkt nicht genau diese Straße genommen, auf der
er ausgesetzt wurde, hätten unsere Tierärzte nicht alles für ihn getan, gäbe es Katrin und Wayne nicht, ohne die
alle drei Fellchen heute nicht so glücklich wären ... wir wollen gar nicht darüber nachdenken
...
Ich danke an dieser Stelle von
ganzem Herzen diesen Menschen, die wieder einmal gezeigt haben, dass es sich
lohnt zu kämpfen, dass es sich lohnt nicht aufzugeben!
Das alles ist Glück und Fügung, das sind die Momente in denen wir wissen warum wir das alles tun. Momente
die uns glücklich machen.
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