Helfen zu Helfen - Katzenheim Roquetas

Katzenheim Roquetas

 
Fröschle


        oder:  wie sich ein kleines quakendes Fellbündel in ein 
wunderschönes miauendes Prinzesschen verwandelte
 

 

Happy End für den kleinen Frosch!!! 

Hallo, ich bin das kleine Katzenmädchen „Fröschle“. Im Herbst 2005 wurde ich in Malaga/Spanien laut quakend und gaaaaanz alleine vor „Pepes Bar“ gefunden. Nein, ich war damals nicht auf dem Weg um ein Bierchen zu trinken, ich hatte mich verlaufen. Die Leute dort, die ein Bierchen trinken waren, haben dann im El Refugio, der Tötungstation, angerufen und haben mich von jemand dort hinbringen lassen. 

Am nächsten Tag kam unsere Menschenfreundin, Canan, ins El Refugio und hörte mich schon von ganz weit weg quaken. Hmmmmm, ein quakendes Tier? Das dachte sich auch Canan, denn sie hat nicht gleich gesehen, dass das Gequake von mir kam. Dann endlich entdeckte sie mich, den kleinen Neuankömmling – höchstens 5-6 Wochen alt. Ich hatte solche Angst, überall waren andere Katzen, aber noch schlimmer waren die bellenden Hunde in den Nachbarkäfigen. (Guck mal oben das Bild, da bin ich noch in Spanien im Refugio und Canan streichelt mich gerade).

Einfach schrecklich kann ich euch sagen. Canan wollte mich dann beruhigen und streicheln, aber dann bin ich ganz schnell weg gesprungen und bekam noch mehr Angst. Sie hatte noch nie eine kleine Katze gesehen, die quakt wie ein Frosch. Ich konnte ja nicht wissen, ob diese Menschenhände lieb waren oder böse. 

Von anderen Katzen hier drin habe ich nämlich gehört, dass es die Menschen sind, die uns töten wollen. Nein, ich wollte noch nicht sterben – quaaaaaak!!! Jedenfalls hat ich von diesem Tag an meinen Namen: Kleiner Frosch.

Unsere Käfige waren voll – zu voll. Immer wenn hier die Käfige zu voll sind, werden wir getötet. Es wurde klar, dass es bald wieder so weit sein musste. Nun ja, dann kam Canan eines Tages und setzte mich mit ein paar anderen kleinen Fellkumpels von hier in eine Plastikbox. „So….das ist mein Ende“, dachte ich mir und quakte mal wieder vor lauter Panik. Stundenlang wurden wir mit einem „Brummbrumm“ durch die Gegend gefahren. Ich dachte nur eins: „ Mann, dauert sterben lange!“

Und es dauerte lange und wurde noch viel schlimmer: Furchtbarer Lärm, ganz viele Menschen und ein riesiger Blechvogel – in den dann unsere Box reingestellt wurde. Ich habe ganz fest meine Augen zu gemacht und als ich sie wieder öffnete, kam eine Frau und trug uns mit der Box wieder davon. Diese Frau sprach eine ganz andere Sprache als meine Canan im Refugio. Komisch, was war wohl jetzt passiert? Naja, jedenfalls ging es wieder ab in ein „Brummbrumm“ und plötzlich waren wir in einem Haus und die Box ging auf. 

„Nichts wie raus und dann erst mal umschauen“, rief ich zu den Anderen. Wir waren also gar nicht tot – wir waren in Deutschland. Canan hat mir in Spanien mal versprochen, dass in einem anderen Land meine neue Familie warten würde. Nur Familie, was ist das? Kann man das essen? War diese Frau hier meine neue Familie? 

Nein, war sie auch wieder nicht. Denn eine Woche später wurde ich von meiner neuen Familie abgeholt. Und diese Frau war übrigens die Freundin meiner neuen Familie, wo ich ja eigentlich auch zuerst mal als Pflegekind wohnen sollte, und hat mich nur vom Flughafen mit zu sich genommen. Die anderen Fellfreunde in meiner Box sind bei ihr als Pflegekinder geblieben.

Meine Familie ... als sie dann endlich nach einer Woche kam um mich abzuholen, wusste ich auch endlich, dass Familie nix zum Essen ist. Sie ist das, was ich euch jetzt mal beschreiben werde, denn jeder soll es wissen:

Für die, die es noch nicht wissen: Eine Familie hält immer zu einem, sorgt für ein volles Bäuchlein, hat Dich furchtbar lieb, schmust mit Dir, gibt alles was Du brauchst um glücklich zu sein und bringt Dich zum Onkel Doktor wenn es nötig ist. Eine Familie ist was sehr schönes und ich bin auch ein sehr glückliches Fröschlein, weil ich eine Familie bekommen habe!!!

Als dann meine Menschenfamilie bei meiner „Zwischenlager-Menschenfreundin“ war, hat es noch ewig gedauert, bis wir endlich nach Hause gefahren sind. Als sie mich das erste Mal gesehen haben, haben sie nur gesagt: „Boah, ist das ein kleiner Frosch und so dünn!“ Ja, klein und dünn, das war ich.

Typisch Menschen, bevor man sich den wichtigen Dingen widmen kann, muss man erst mal stundenlang reden, „Kaffeezeug“ trinken und und und... Um die Sache ein wenig zu beschleunigen, bin ich dann irgendwann mal von alleine in die Plastikbox gestiegen. Ich wusste ja, dass ich da eh rein muss. Dann ging es auch bald los und wir sind eine weitere Ewigkeit mit dem „Brummbrumm“ gefahren.   


Oh mann ... ist das alles grooooß hier ...

Doch da war es dann – Zuhause. Oooooohhhhh wie schööööööön und auch noch andere Fellfreunde!!! Da war ich also – in meinem Zuhause und bei meiner Familie. Zu meiner Familie gehören: Menschenmami Heike und Menschenpapi Larry, zwei Menschenbrüder, drei Fellbrüder und eine Fell-Ersatzmami, die Schnurli.

Alle in Heilbronn hatten mich auch sofort lieb. Auch meine neuen Fellkumpels haben mich sofort geputzt, geschleckt und umsorgt. So ein kleines Katzenbaby ohne Mami, mussten sie einfach aufpäppeln. Das haben dann auch alle getan. Fell-Ersatzmami Schnurli hat mich aufgenommen, als wäre ich ihr eigenes Baby und Menschenmami Heike hat mir immer Fläschchen mit Milch gegeben. Bei Schnurli habe ich immer ganz viel gekuschelt, sie war die beste Ersatzmami der Welt. Ohne sie…..wäre ich bestimmt nicht so groß und stark geworden. Schnurli ich habe Dich lieb!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!   


Mit Papa Pepe, der auch mal Pflegekind war

er hat mir ganz viel von hier erzählt ...

Ich bin auch ganz schnell gewachsen bei so viel Liebe und Fürsorge. Nur leider bekam auch recht schnell nach meiner Ankunft in Heilbronn, einen ganz dicken Schnupfen. Das ist ja gar nicht gut bei so einem kleinen Zwerg wie mir und kann ganz schön gefährlich enden. Als ob das nicht reichen würde, bekam ich auch noch einen Pilz und mir ist das Fell auf dem Kopf ausgefallen. Hab ich ausgesehen….ich kann Euch sagen.

Wir sind dann auch zum Onkel Doktor, der hat mich überall angeschaut und hat mich auch gewogen. Ich war damals 500 Gramm leicht und mein Alter wurde auch auf höchstens 6 Wochen geschätzt. Tzzzzzzzz Ihr werdet noch staunen, aber dazu komme ich gleich!!! Jedenfalls habe ich viele Medikamente bekommen, damit Schnupfen und Pilz schnell wieder verschwinden. Verschwunden ist alles, allerdings hat es ganz schön lange gedauert. 


Mein Immunsystem war noch nicht so gut 


und da ist man ziemlich empfindlich

In der Zwischenzeit wurde es immer kälter hier und ich habe durchs Fenster gesehen, wie die Welt einen weißen Mantel angezogen hat. Das ist einfach so über Nacht passiert. Mami und Papi haben einen Baum ins Wohnzimmer gestellt, sie sagten, es wäre bald Weihnachten. Weihnachten – was ist denn das schon wieder??? Sie haben mir erklärt was das ist und ich konnte mich auf meine ersten Weihnachtsgeschenke freuen.

Ein paar Tage nach Weihnachten, bekam ich Bauchweh. Das hat aber niemand gemerkt und ich habe es mir auch nicht anmerken lassen – wollte ja nicht der kleine „Jammerlappen“ sein. Am nächsten Tag hat Mami Heike überall auf meinen Plätzchen gelbe Flecken entdeckt. Das gelbe Zeug kam aus mir raus und zwar ganz viel. Außerdem habe ich Fieber bekommen und war ganz heiß. Puuuuhhhh, hab ich mich auf einmal elend gefühlt. Papi Larry ist sofort mit mir zum Onkel Doktor gedüst und der hat dann festgestellt, dass ich sehr sehr krank bin.

Ich hatte eine schwere Gebährmuttervereiterung und musste notoperiert werden. Da ich so hoch Fieber hatte und so schwach war, konnte man mich erst am nächsten Tag operieren. Meine Familie durfte nicht bei mir bleiben, ich war ganz alleine in einem Käfig. Wieder hatte ich schreckliche Angst zu sterben und keiner war da um mich zu trösten.

Der nächste Tag….ich habe einen „Schlafpieks“ bekommen. Als ich aufwachte, tat mein Bauch weh. Das war wohl die Operation, die mir diesmal Bauchweh gemacht hat. Umso länger ich da lag, immer noch in dem Käfig, desto besser ging es mir. Der Doktor kam und hat mir versprochen, dass meine Familie gleich am nächsten Morgen wieder da ist um mich zu holen. Gott sei dank, ich dachte schon es sei alles zu spät!!! Jetzt schnell schlafen und dann ist auch bald Morgen.

Schlafen klappt immer, um die Zeit schneller laufen zu lassen und so war sie wieder da: Meine Familie und hat mich abgeholt. Ich wusste doch, dass sie mich nicht im Stich lassen würden. Alle freuten sich auf mich und meine Ersatz-Fellmama Schnurli hat mich sofort wieder in die Arme geschlossen. Ich war und bin so glücklich und zufrieden, weil ich noch lebe und diese Familie bekommen durfte! Wieder ein paar Tage später musste ich zur Nachuntersuchung und da kam die erschreckende Nachricht vom Onkel Doktor, bei der alle mal kurz „Schluck“ machen mussten: „Das kleine Fröschle ist gar kein Baby mehr, sie ist mindestens schon 8 Monate alt. Da sie entwicklungsverzögert ist, ist sie so klein wie ein Katzenbaby!“ Das sagte der Doktor meinen Eltern, die aussahen, als würden sie gleich umkippen. 

Die Tage vergingen und ich war wieder völlig gesund. Findet Ihr nicht auch, dass ich schon sehr viel erlebt hatte??? Und ich bin nach wie vor ein kleiner, quirliger, zufriedener Frosch. Wer weiß, es muss Schicksal sein, dass ich bei meiner Familie gelandet bin, sonst wäre ich heute nicht mehr am leben.   


Hier bin ich gerade wieder Zuhause nach meinem Katzenkrankenhaus-Aufenthalt

Aber ich bin noch nicht am Ende meiner Geschichte . Obwohl der Doktor gesagt hatte, dass ich kein Baby mehr bin, war ich für alle noch das kleine Baby. Auch für die wichtigste Katze in meinem Leben – SCHNURLI. Nun kommt der traurigste Teil der ganzen Geschichte. Schnurli war hier auch nur zur Pflege und hat selbst auf ihre Familie gewartet. Gestern musste sie in die Plastikbox steigen und mit dem „Brummbrumm“ nach Frankfurt fahren. Dort hat nämlich ihre neue Familie gewartet. Ich habe erst gedacht, Ersatzmami Schnurli muss zum jetzt auch zum Doktor, doch sie kam nicht mehr zurück.


Mama Schnurli und ich ... die Erinnerung bleibt uns ...

Und hier mit Papa Pepe, Mama Schnurli und einem meiner Menschenbrüder

... ich konnte sie nicht mehr finden ...

 
... da ich hab mich dann in meine Etagen-Höhle zurückgezogen ...

Mama Heike und Papa Larry kamen später alleine wieder nach Hause und die Box war leer. Da wusste ich: Nun hat Schnurli ihre Familie und darf auch für immer glücklich sein. Ich musste weinen, doch ich brauche jetzt keine Mama mehr, ich bin jetzt groß. Schnurli wird jetzt woanders geliebt – in ihrem eigenen Zuhause! 

Dazu sage ich nur: „Mach's gut Schnurli – ich werde Dich nie vergessen und Dich immer lieben. Ohne Dich wäre ich nie so tapfer gewesen, Du warst meine Mama!!!!!!!!!!!!!!!  

Ich war darüber heute ganz schön wütend, auch wenn ich es Schnurli gönne. Dann habe ich mein ganzes Spielzeug aus dem Körbchen geschmissen und zerfetzt. Ja…ich musste alles kaputt machen, so wütend war ich. Doch das war nur um meine Traurigkeit raus zu lassen, jetzt bin ich wieder friedlich.

Papa Pepe hat mich aber ganz doll getröstet ...


er hat mich dann zu sich in seine Kuschelmulde genommen und mich zum Träumen gebracht

Oder in seine Höhle eingeladen, wo er mir dann aus seiner Kindheit erzählte und was er schon alles erlebt hat ...

und extra für MICH

Silvester nochmal nachgefeiert!

Mit einem ganz toll Riesenspielding! 

Das kann fliegen ... und sich ganz doll an einem festhalten - hey!!! 
Das hat ja sooooviel Spaß gemacht!

Das ist die Geschichte vom kleinen Frosch (bis jetzt) und der bin ich!!! Und ich möchte hier mal "DANKE" quaken für:

meine Menschenfreundin Canan, ohne die heute nicht hier wäre!

meinem Patenpapa Herbert, der mir sein Herz über die Ferne hinweg geschickt hat 
        und der Patenmama Brigitte, die dafür gesorgt hat, dass Herbert mein Patenpapa wird

die Menschenfreundin Daggi, die der Mama Heike immer zur Seite steht!

meine Menschenfreundin Alibaba, die mich vom Flughafen abgeholt hat und bei 
       
der ich auf meine Familie warten durfte!

meine Familie!

meine Fell-Ersatzmama Schnurli!

alle Menschenfreunde mit denen meine Mama immer im Forum schreibt und die 
        
ihr auch immer zur Seite stehen!

Euer kleiner Frosch ... "Quaaaak"

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© Katzenheim-Roquetas 2006