Tigre

Tigre


       oder: die Hoffnung gibt man nicht so einfach auf
 


Hallo, ich bin Tigre, ein Katerchen aus dem Refugio in Malaga. Ein Platz an dem wir (meine Schwestern und Brüder) für eine kurze Weile sicher sind - ab dann müssen wir jede Minute damit rechnen, dass die gefürchteten Hände kommen die uns mitnehmen - aber nie zurück bringen.

Das ist ein Leben in ständiger Angst und ständigem Stress und wir alle sind nervös, unsicher, haben Furcht. Doch es gibt auch Hände die uns streicheln, uns füttern, trösten und Mut machen - das sind die Hände von Canan - unserer Beschützerin, sie tut alles was in ihrer Macht steht für uns und mit ihren Freunden in Deutschland zusammen hat sie schon viele von uns in die Freiheit bringen können. Hier sorgen dann unsere Beschützer dafür, dass wir Menschen finden, die uns lieben, behüten und sich ein glückliches langes Leben mit uns wünschen.

Menschen, wie meine Menschen: das sind Mama, Papa, meine Menschen-Schwester, mein Menschen-Bruder und die Fellchenfreunde, die schon bei ihnen leben (eine Katzenschwester und zwei Hundegeschwister). Wir alle leben nun zusammen und ich kann's einfach noch nicht glauben - ist es wirklich wahr? 

Bin ich hier wirklich auf dem Arm von meiner Menschen-Schwester? Die mich so glücklich fest hält? Bei der ich einfach nur noch die Augen zu mache und endlich meine kleine Seele fallen lassen kann???

Noch nicht all zu lange ist es her, da war ich hier: ohne Hoffnung auf Rettung, ohne Menschen die mich lieb haben könnten.


Hier bin ich (rechts vorn am Gitter) mit meinem Bruder Silvester (links)  noch im Refugio zu sehen ... 

zusammen mit meinen Freunden, einige von ihnen hatten auch das Glück in die "Freiheit" gehen zu dürfen!

Und nun, nun sind die Hände die mich berühren und auf den Arm nehmen warm, weich und zärtlich,

  

die Augen die mich anschauen voll von Güte und die Stimmen die mit mir sprechen voll von Ehrlichkeit und Liebe! 

Ja und das ist "Mama" - Meine Mama!

Eigentlich hatte sie wegen Henny, einem kleinen Katzenmädchen, das auch in den guten Händen unserer Betreuer hier ist angerufen. Dass ich existiere, das wusste sie da noch gar nicht. Und dann hat sie lange mit unseren Beschützer-Menschen gesprochen, die ihr dann gesagt haben, dass die kleine Henny ganz sicher zu ihrer Familie passen würde - nur dass sie doch wahrscheinlich nicht mit den Wau-Fellchen klar kommen würde und dass doch noch andere Miau-Fellchen (so wie ich) auf Menschen wie sie warten.

Also eigentlich ging alles ganz schnell: es wurde ganz viel hin und her telefoniert und geschrieben und geregelt - und dann war es klar: ICH TIGRE musste es sein! ICH - könnt Ihr Euch das vorstellen??? 
Mama sagte wortwörtlich: "JAAAA, dieser große Kerl muss es sein!"

Und dann ging's ratzfatz: Meine Pflegemama hat sich ins Auto gesetzt - natürlich hat sie mich mitgenommen (wäre ja auch dumm gewesen ohne mich zu fahren - hihi) und hat mich schnurstracks zu Mama und meine neue Familie gebracht!

Ich hab mich sofort wohl gefühlt und die Wau-Fellchen, die sind zwar groß, aber - hey, groß zu sein heißt ja nicht gleich auch böse zu sein - neee - ganz im Gegenteil.
Und alle haben sich sooo gefreut! Gefreut, dass ICH da bin, ganz ehrlich - das hätte ich mir nieee träumen lassen, niemals. Ich hatte mein Leben ja eigentlich schon beschlossen, doch das Leben geht manchmal seltsame Wege und für mich direkt ins Glück!

Jaaahaa! Und das wurde natürlich mit ner Flasche Sekt begossen!
(Hihi! kleiner Scherz am Rande)

Man soll und darf die Hoffnung niemals aufgeben und so hoffe ich für meine Brüder und Schwestern die noch an dem unwirklichen Ort sind oder dort noch hinkommen werden: "Glaubt an die Menschen - nicht Alle bringen Unheil, gebt ihnen eine Chance und gebt selber niemals auf, so lange man lebt, gibt es auch Hoffnung!"

In  großer Dankbarkeit "Euer Tigre"

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© Katzenheim-Roquetas